Es gibt momentan sehr viele kleine und wenige größere VPN-Clients für Gamer.
Die meisten davon – wie z.B. das bekannteste ‚Hamachi‘ – nutzen eigene Kundendatenbanken und ein Netzwerksystem in dem virtuelle Netzwerke von den Benutzern angelegt und bis zu einer festgelegten Größe verwaltet werden. Ein paar Wenige wie z.B. Remobo gibt es mittlerweile, die im Zeitalter der Instant-Messanger von dem Netzwerkmodell abweichen und eher auf die Verwaltung von Freundeslisten setzen. Damit kann jeder Benutzer quasi sein eigenes VPN-Netz verwalten. Nur wer in seiner Freundesliste ist, der kann eine VPN-Verbindung mit seinem Rechner aufbauen.
Das meiner Meinung nach interessanteste Konzept hat allerdings das Open-Source Tool ‚
Wippien‘.
Hier wird nicht auf ein zentrales servergespeichertes Kundenprofil gesetzt, es wird statt dessen der mehr und mehr verbreitete Standard XMPP – auch bekannt als Jabber – für das Modell der Freundeslisten verwendet. Voraussetzung für die Verwendung ist also ein vorhandenes Konto auf einem XMPP-Server. Dies kann zum Beispiel das für Clanmitglieder freischaltbare Jabber-Konto ‚@weirdempire.de‘ oder einfach ein GMail-Konto sein.
Das bringt nicht nur Unabhängigkeit von den beim Hersteller geführten Konten. Wenn Du mit einem anderen Messanger wie Pidgin oder IM+ (auf mobilen Geräten) auf dein Jabber-Konto zugreifst hast du eine ganz normale Kontaktliste und kannst mit Deinen Kontakten chatten.
Wippien ist also nichts anderes als ein Messanger der es deinen Kontakten erlaubt eine VPN-Verbindung zu dem Rechner aufzubauen. Dies kann natürlich auch für jeden einzelnen Kontakt einzeln erlaubt oder verboten werden.
Damit finde ich
Wippien eine super Alternative zu properitären Clients und Services. Ich habe es auch bereits selbst mit einigen Spielen wie D2, C&C oder Sins of a Solar Empire oder auch mit Netzwerk-Dateifreigaben getestet, funktioniert alles wunderbar.
In der folgenden Tabelle stelle ich noch einmal einen kleinen Vergleich zwischen dem bekannten Hamachi und den OS-Tool
Wippien auf:
| Hamachi | Wippien |
| Basis | Netzwerkbasiert. Es ist immer 1 User der Chef über das Netzwerk. Wenn er jemanden nicht im Netzwerk haben will, dann könnt ihr auch nicht mit ihm zocken. Darüber hinaus ist die Größe der Netzwerke - abhängig von der Lizenz - stark limitiert.
| Freundeslisten / Jabber. Du baust - ähnlich wie bei einem Instant Messanger deine eigene Freundesliste mit VPN kontakten auf. Diese werden auf dem Jabber-Server gespeichert. Für die Größe der Kontaktliste ist mir keine Limitierung bekannt.
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| Kosten | Hamachi gibt es in 2 Lizenzen. Mit der kostenlosen kannst du keinen Netzwerken beitreten in denen bereits 16 oder mehr Mitgliedern eingetragen sind. Die von dir erstellten Netze können ebenfalls nur 16 Mitglieder fassen. Mit der kommerziellen Lizenz erhöht sich diese Lizenz immerhin auf 256.
| Wippien ist nicht nur kostenlos, es ist sogar Open Source. |
| Übersichtlichkeit | Möchte man mit mehr als 15 Hosts in Kontakt stehen, so muss man mehrere Netze erstellen damit jeder mit jedem gemeinsam in einem Netz auftaucht. Durch diese unmengen an Netzen mit größtenteils immer den selben Hosts geht schnell jeder Überblick verloren. | Es ist eine Kontaktliste wie bei jedem anderen Messanger auch. Übersichtlicher gehts kaum. |
| Chat | Reiner Textchat, nix besonderes | Grafisch schön aufgemachte Chatfenster, unterstützt Smilies und einige Jabber-Chatbefehle wie man es von einem Messanger erwartet |
| Support | Durch Forum. 95% der Supportanfragen werden von anderen Usern beantwortet. Der Support mischt sich nur in seltenen Ausnahmefällen ein. | Durch Forum. 90% der Fragen werden vom Entwickler selbst beantwortet. |
Mein Fazit:
Im Zeitalter der Instant Messanger ist die Architektur von Hamachi absolut überholt.
Die Architektur wird vermutlich nur beibehalten um den Usern einige Limits aufzulegen und sie zum Kauf einer Commercial-Lizenz zu ködern.
Wippien ist eine echte Alternative die sich auch schon bei so manchem Netzwerkspielchen bewährt hat.
Bei der Installation ist natürlich wie bei Hamachi auch darauf zu achten, dass der IP-Adressbereich 5.*.*.* als lokales Netz in der Firewall eingetragen wird. Sonst macht sie euch einen Strich durch die Rechnung.