Liebe Clanmitglieder und Gäste des Forums,
heute, einen Tag vor Heilig Abend wo der größte Stress der Vorweihnachtszeit hinter uns liegt und wir uns schon langsam auf's Christkind freuen können, möchte ich euch allen für morgen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest wünschen.
Ob ihr einen christlichen Glauben habt oder nicht (zu ersteren zähle ich mich auch nicht unbedingt) hoffe ich, dass ihr in den nächsten Tagen ein paar liebe Menschen um euch habt, mit denen ihr dieses Fest feiern könnt.
Den folgenden Text habe ich gerade mal wieder im Radio gehört und möchte ihn euch nicht vorenthalten, da er - wie ich finde - ganz gut veranschaulicht, wie man an Weihnachten vorbeischießen kann.
Da er etwas länger ist, wünsche ich euch aber erst mal ein Frohes Fest, ruhige Tage im Kreis eurer Familie und ein paar schöne Geschenke

Grüße aus Friedberg,
Michael aka Quest
Advent im Raum Döbeln - die wahre Geschichte
Sonntag, 1. Advent 10.00 Uhr:
In der Reihenhaussiedlung Ebereschenweg lässt sich der Rentner Harry Werner durch seinen Enkel Norbert 3 Elektrokerzen auf der Fensterbank seines Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß.
10.14 Uhr:
Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Willi Täschner die provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10 armigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Ebereschenweg im besinnlichen Glanz von 134 Fensterdekorationen.
19.03 Uhr:
Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Zschaitz-Ottewig registriert der wachhabende Ingenieur einen vermeintlichen Defekt der Strommessgeräte für den Bereich Döbeln-Ost, ist aber zunächst arglos.
20.17 Uhr:
Den Eheleuten Lukas gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens ans Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit den Nestbau.
20.58 Uhr:
Der Radiomoderator Thomas Böttcher sieht sich genötigt, seinerseits einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laser-Ensemble „Metropolis“, das zu den leistungsstärksten Europas zählt. Die 40-Meter-Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch zusammenbricht.
21.30 Uhr:
Im Trubel einer Advent-Club-Feier im Kohlekraftwerk Zschaitz-Ottewig verhallt das Alarmsignal aus Generatorhalle 5 ungehört.
21.50 Uhr:
Der 85jährige Kriegsveteran Opa Unger zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem an die tief hängende Wolkendecke.
22.12 Uhr:
Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichten Gepäck und sommerlicher Kleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Ebereschenweg, nachdem zuvor ihre Boeing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sydney versehentlich auf der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten Zufahrt zu Grohmann Siggis Getränkestützpunkt niedergegangen ist.
22.37 Uhr:
Die NASA-Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Experten in Houston sind ratlos.
22:50 Uhr:
Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerkes Zschaitz-Ottewig, der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.
23.06 Uhr:
In der taghell erleuchteten Siedlung Ebereschenweg erwacht die Studentin Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23.12 betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.
23.12 Uhr und 14 Sekunden:
In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Döbeln bricht die Explosion des Kohlekraftwerkes Zschaitz-Ottewig wie Donnerhall. Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verwirrte Menschen. Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.